Freitag, 28. September 2007
Kleine Mengen Gluten gegen Ende der Stillzeit schützen Säuglinge mit einer erblichen Vorbelastung möglicherweise vor Zöliakie. Hintergrund dieser Überlegung sind Beobachtungen aus Schweden, wo Müttern in den achtziger Jahren empfohlen wurde, vier Monate zu stillen und danach Beikost – also auch glutenhaltige Getreideprodukte – zu füttern. In der Folge stieg dort die Zahl der Zöliakie-Patienten drastisch an. Als die Schweden die Stillempfehlung auf sechs Monate ausdehnten, sank die Anzahl an Neuerkrankungen wieder. „Offenbar ist der vierte bis sechste Lebensmonat ein entscheidendes Zeitfenster, in dem wichtige Immunprozesse reifen“, berichtet Professor Klaus-Peter Zimmer vom Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Gießen.